11. April 2018

Nachricht

Springschool 2018: Leben und Lernen in Israel und Palästina

Studierende reisen mit der „Springschool 2018“ vier Wochen durch das Heilige Land

Vier Wochen durch das Heilige Land reisen, sich als Gruppe finden und auf engstem Raum leben, immer wieder aufbrechen zu neuen Orten in verschiedensten geographischen, kulturellen und sozio-politischen Räumen, Vorträge und Seminare auf Deutsch und Englisch – das alles und mehr beinhaltete das Pilotprojekt „Springschool 2018“, das Hochschulpastorin Uta Giesel aus Hildesheim für das landeskirchliche Mentorat zur Begleitung von Lehramtsstudierenden im Fach Evangelische Religion konzipiert hatte.

Das Projekt wird von der Landeskirche Hannovers, den Sprengeln Osnabrück und Hildesheim-Göttingen, der Evangelischen Erwachsenenbildung Hannover-Hildesheim, Brot für die Welt und den Stiftungen Axel und Friede Springer gefördert.

Während eines Studiensemesters vor zwei Jahren in Jerusalem hat Uta Giesel Kontakte zu ProfessorInnen und DozentInnen geknüpft, um zukünftigen Religionslehrkräften intensive Studien im Heiligen Land zu ermöglichen. Im Februar gingen nun 25 Studierende der Universitäten Göttingen, Osnabrück, Hannover, Hildesheim und Lüneburg für vier Wochen gemeinsam auf Reisen. Die Studierenden fanden sich schnell zu einer Gruppe zusammen, zeigten zur Freude von Pastorin Uta Giesel Teamfähigkeit, Aufgeschlossenheit und soziale Kompetenz.

Das Programm des vierwöchigen Studienaufenthaltes war eng gestrickt: Vier Tage Geschichte Israels und Jerusalems und christliche Konfessionen wurden zunächst in Jerusalem selbst gelehrt, dann ging es nach Galiläa, um einiges über die israelische Gesellschaft zu lernen. Nächste Station war der See Genezareth, von wo aus biblische Spuren der Jesusüberlieferungen und des alten Nordreichs Israel aufgesucht wurden. Bis an die Grenze zum Libanon und zu Syrien führten die Wege und lösten auch einiges an Gesprächsbedarf aus. Durchs Jordanbecken ging es wieder gen Süden. Am Toten Meer wurde den Studierenden die Problematik der Wasserversorgung im Nahen Osten durch eine Vertreterin von „Eco Peace“ erläutert. Zurück in Jerusalem begann die mehrtägige Studieneinheit „Judentum“; gleichzeitig wurde das jüdische Purimfest mit gefeiert.

Es folgten neun Tage Leben und Lernen in Palästina mit den Studieneinheiten Gesellschaft und Politik, christliche kontextuelle Theologie und Islam. Drei Schulbesuche und dortige Gespräche gaben Einblick in die Bildungssituation. Besuche bei EAPPI (Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel) und CPT (Christliche Friedensstifter Teams) klärten über die politische und Menschenrechtslage in den besetzten Gebieten auf.
Begegnungen mit Studierenden, Einladungen in Privathäuser und unzählige Eindrücke entlang der Mauer und am Checkpoint Bethlehem, die Situation in Hebron und ein Gespräch mit einem Siedler, all das waren tiefgehende, zum Teil bedrückende Erlebnisse für die deutschen Studierenden. In Dahers Weinberg, dem Begegnungszentrum „Tent of Nations“, halfen die Studierenden einen Vormittag lang, an der Hoffnung auf Frieden weiter zu bauen und legten bei der Gartenarbeit Hand an. Außerdem spendeten und pflanzten sie drei Olivenbäume.

Gegen Ende der Springschool stand noch die Studieneinheit „Negev – Wüstenväter-Traditionen“ auf dem Programm. Auch hier war die Bibel immer im Handgepäck, und während der Wanderungen und Besichtigungen wurde stets mindestens eine Stelle gelesen und diskutiert.

Für alle Studieneinheiten bekamen die Studierenden am letzten Abend je ein Zertifikat von den Lehrenden ausgehändigt. Wer mehr über die Springschool und die Erfahrungen der Studierenden lesen möchte, findet deren Blog.

Hochschulpastorin Uta Giesel ist sich sicher, dass die Springschool auf alle Teilnehmenden nachhaltigen Eindruck gemacht hat, und sie hofft, dass weitere  angehende Religionslehrkräfte diese Erfahrung machen können.
Uta Giesel