9. April 2018

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Ohne Religionslehrkräfte kein Religionsunterricht

In einer Vokationstagung im Religionspädagogischen Loccum sind am Wochenende 71 Religionslehrkräfte aus allen Schulformen und Schulstufen aus ganz Niedersachsen für den Dienst in der Schule kirchlich beauftragt worden.

In der Vokationsordnung ist die Vokation als kirchliche Bestätigung der Religionslehrkräfte verankert. Damit verpflichten sich die Kirchen der Konföderation, im Anschluss an die Ausbildung „die Lehrkräfte durch begleitende Fortbildungsmaßnahmen, durch das Angebot von persönlicher Begleitung und Beratung und durch Bereitstellung von didaktischen und methodischen Hilfen zu unterstützen.“

In der dreitägigen Tagung, die von PD Dr. Silke Leonhard (Rektorin) und Lena Sonnenburg (Dozentin für den Arbeitsbereich Grundschule) geleitet wurde, fand das Schwerpunktthema „Wege interreligiösen Lernens“ einen prominenten Platz, das von Prof. Dr. Clauß Peter Sajak referiert wurde. Einen Tag lang erprobten die Teilnehmenden in Workshops unterrichtspraktische Impulse, die sie von Dozierenden aus dem RPI und anderen Referenten zu folgenden Themen bekamen: Vom Erzählen im Religionsunterricht (Lena Sonnenburg) über Theologische und Philosophische Gespräche (Gerlinde Krehn) bis zu Religionskritischen Anfragen an den christlichen Glauben (Matthias Hülsmann), von Bodypercussion und Rhythmusspielen (Johannes Lange-Kabitz) über Filme im Religionsunterricht (Andreas Behr) bis zu Schulandachten und -gottesdiensten (Oliver Friedrich) und von der Auseinandersetzung mit Organspende (Dirk Heuer) bis zum ersten schulseelsorgerlichen Umgang mit Notfällen in der Schule (Bettina Wittmann-Stasch).

Dass nicht nur der Religionsunterricht, sondern der Religionslehrberuf durch die Verantwortlichen der Kirchen gestärkt wird, wurde an zwei Stellen mit kirchenleitenden Geistlichen deutlich. Im Gespräch mit dem Schaumburger Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke kam das Verhältnis von Kirche und Schule zu Wort.

Vizepräsident Arend de Vries (Hannover) gestaltete unter Mitwirkung der singfreudigen Lehrkräfte den Vokationsgottesdienst und unterstrich in seiner österlichen Predigt zur Emmausgeschichte, dass Begleiten, Mitgehen und Zuhören zu einer guten religionspädagogischen Haltung gehören. „Ich freue mich, dass so viele motivierte Lehrerinnen und Lehrer jetzt in den Schulen junge Menschen in ihrer Orientierungssuche unterstützen und sie mit der biblischen Botschaft als Ermutigung und kritischen Maßstab bekannt machen“, sagte de Vries nach dem Gottesdienst.

Für die Zeit des Berufsanfangs ist die als Fortbildung gestaltete Vokationstagung den Religionslehrkräften im Sinne der „Rückenstärkung“ (Silke Leonhard) auch dort wichtig, wo der Religionsunterricht nicht selbstverständlich anerkannt ist. Daher bieten nicht nur die religionspädagogischen Institute und Arbeitsstellen der Landeskirchen zahlreiche Fortbildungen und Beratung an. Auch regionale Beauftragte für Kirche und Schule stehen den Religionslehrkräften für die Unterstützung vor Ort zur Seite (in der Hannoverschen Landeskirche.

SL, 08.04.2017